Ausstellungen

Ständige Ausstellung

Stadtgeschichte Höxter

Der frühmittelalterliche Siedlungskern „villa Huxori", der als sächsischer Adelshof bzw. karolingischer Königshof bezeichnet werden kann, wird erstmals 822 im Zuge der Gründung Corveys erwähnt.

Eine Zeitspanne von rund 1.000 Jahren Stadtgeschichte vom 9. Jahrhundert bis in die Zeit um 1750 wird so durch ausgewählte Stationen gezeigt. Die Ausstellung lädt den Besucher zu einer Zeitreise ein und zeigt damit Höxter sowohl zu Blüte- als auch zu Krisenzeiten.

Zwei Transportmittel stehen symbolisch für das Reisen und somit für die Zeitreise durch die Geschichte: Ein Fernhandelswagen und ein Weserkahn. Sie haben auf ihrer Reise auf dem Hellweg, der wichtigen Fernhandelsroute, und auf der Weser die Entwicklung Höxters maßgeblich bestimmt.

Die Ausstellung ist im 2.OG des Westflügels zu besichtigen.

Ständige Ausstellung

Corvey im Mittelalter

Eine der bedeutendsten karolingischen Klostergründungen des mittelalterlichen Deutschlands war die Reichsabtei Corvey, darin vergleichbar mit Reichenau in Schwaben oder Fulda in Franken.

Die Überführung der Reliquien der Heiligen Stephanus und Vitus begründeten den Aufstieg Corveys. Das einzigartige Westwerk der Abteikirche gibt heute noch einen Eindruck von der Wichtigkeit und dem geistigen wie wirtschaftlichen Einfluss Corveys auf die Christianisierung Sachsens und Nordeuropas.

Der Besuch der heutigen Anlage erinnert nicht nur an die sog. karolingische Renaissance, sondern auch an die zahlreichen Besuche deutscher Kaiser.

Ausstellung im Bereich des Kreugang sowie des Corveyer Westwerks.

Ständige Ausstellung

Corvey im Barock

Modell Corvey Barock

Im Zeitalter des Barock kam Corvey zu einer weiteren Blüte. Mit dem Neubau der Abteikirche in den Jahren 1667 bis 1674 leitete Christoph Bernhard von Galen, Fürstbischof von Münster und damals Verwalter von Corvey, die größte Bauperiode ein, die das Stift bis 1740 erlebte.

Durch den Umbau der Anlage zu einer barocken Residenz erhielten die residierenden Fürstbischöfe die geeignete Kulisse zur Repräsentation. Es entstanden vorzügliche Stukkaturen, Deckenmalereien sowie eine kostbare Ausstattung der Abteikirche mit barockem Inventar.

Die ständige Ausstellung mit Exponaten aus dem Barockzeitalter sowie einem Geländemodell der barocken Anlage befindet sich im Ostflügel, 1. OG.

Ständige Ausstellung

Fürstliche Bibliothek

Wichtigstes Zeugnis dieser Epoche ist die ca. 75.000 Bände umfassende fürstliche Bibliothek. Die Verpflichtung des Gelehrten Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar für Corvey durch das Haus Ratibor führte zur Entstehung einer der wichtigsten Privatbibliotheken des 19. Jahrhunderts mit u.a. Literatur in deutscher, englischer und französischer Sprache. Durch Hoffmanns weitreichende Kontakte entstanden vielfältige Beziehungen zum Weimarer Hof und zu Persönlichkeiten wie Franz Liszt und Richard Wagner. Die herzoglichen Salons geben einen Einblick in das damalige Privatleben der Herzöge und das Umfeld des Dichters.

Die Fürstliche Bibliothek ist im Rahmen des Museumsbesuchs in Corvey zu besichtigen. Sie erstreckt sich über 15 Säle im 1.OG des Nordflügel.

Ständige Ausstellung

Corvey im 19. Jahrhundert

Die Säkularisation im Jahre 1803 läutete eine durchgreifende Umwälzung der bestehenden Verhältnisse in Corvey ein, und das nicht nur macht-und territorialpolitisch, sondern auch kunst- und kulturgeschichtlich. Die Epoche des Biedermeier brachte eine neue Geschmacksrichtung. In Corvey begann der Landgraf von Hessen Rotenburg das gesamte Schloss im neuen Stil umzugestalten. Zeugnisse sind die Herzoglichen Salons und die Fürstliche Bibliothek sowie etliche Details an den Außenfassaden.

Ab 1825 wurde im Westflügel des Konventgebäudes eine Wohnung eingerichtet, für die französische Tapeten und Möbel aus hellem Eschen- und Kirschbaumholz im Stil des Biedermeier angeschafft wurden. Ab 1845 wurden diese Räume für die Bedürfnisse des Herzogs von Ratibor umgebaut. Bis in die frühen 50er Jahre des 20. Jahrhunderts nutzte die Herzogliche Familie diese Räume als ihre Wohnung.

Heute sind die im Stil des 19. Jahrhunderts erhaltenen Salons und der Kaisersaal, die zusammen im gesamten Westflügel eine eindrucksvolle Enfilade bilden, im Rahmen des Museumsbesuches zu besichtigen.


Fürstliche Bibliothek

Sonderausstellung

Pflanzen- und Tierdarstellungen der Goethezeit

„Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet.“

Sonderausstellung der Fürstlichen Bibliothek Corvey im Sommersaal

Das Zitat von Johann Wolfgang von Goethe umschreibt in einzigartiger Weise den Leitgedanken der diesjährigen Ausstellung, hat er sich doch zeitlebens wissenschaftlich und literarisch mit Flora und Fauna in den verschiedensten Landschaften auf der Erde auseinandergesetzt. Zu sehen sind vorzugsweise großformatige Werke mit Darstellungen von Pflanzen und Tieren aus vielen Teilen der Welt. Prachtvoll kolorierte Kupferstiche und Lithographien der bekanntesten Künstler und Wissenschaftler ihrer Zeit stehen dabei im Mittelpunkt, an erster Stelle Daniel G. Elliot und John Gould.

Wie Goethe liebte auch Hoffmann von Fallersleben die Natur, was er nicht müde wurde zu beschreiben. Seine Schwärmereien übertrugen sich auch auf die bibliothekarische Arbeit in Corvey, wo eines seiner Hauptanliegen der Erwerb von „Pracht- und Ansichtenwerken“ war: „Mein fortwährendes Streben ist darauf gerichtet, daß die fürstlich Corveysche Bibliothek durch ihre Prachtwerke unter den Privatbibliotheken Deutschlands den ersten Rang einnimmt, und daß der Name Ew. Durchlaucht in ihr rühmlichst fortlebt“ (Brief an den Herzog, 27. Januar 1865).

Unter den zahllosen „Bilderwerken“ stechen vor allem Pflanzen – und Tierdarstellungen hervor, die bereits in dieser Zeit selten und wertvoll waren, da kaum eine Bibliothek in Deutschland diese zu erwerben imstande war. So schwärmte Hoffmann in einem Brief an den Herzog (11. Januar 1872): „Herzlichen Dank für das schöne Weihnachtsfasanenpaar! Es ist doch eine angenehme Abwechselung, daß, wenn man sich genug an den schönen Fasanen Elliot’s gefreut hat, nun zu noch größerer Freude sich die hübschen Bilder plötzlich in Wirklichkeit verwandeln“.

Schon zwei Jahre zuvor schwärmte er: „Die Vögel Americas von Elliot sind herrlich. Ich besehe sie öfter“. Selbst der preußische König erfreute sich an den schönen Bildern, als dieser 1865 in Corvey weilte: „Alle waren hocherfreut über die Menge der prachtvollen und kostbaren Bilderwerke. Am Abend spät noch hat Sr. Majestät nebst mehreren Anwesenden Sich einige Stunden an unseren Bilderwerken ergötzt“. (aus dem Jahresbericht Hoffmanns vom Oktober 1865)


Sonderausstellung

Monumente des Größenwahns

Der Planungsstab des Generalbauinspektors Albert Speer in Corvey 1944-1945 hinterlassene Bilder

Ausstellung

8. April - 15. Juli 2017

Museum Höxter-Corvey

Im Jahre 1937 wurde in Berlin die „Generalbauinspektion für die Neugestaltung der Reichshauptstadt“ unter der Leitung von Albert Speer ins Leben gerufen. Ende 1944 wurde ein Planungsstab von Berlin nach Corvey verlegt, wo er ein halbes Jahr in einer Baracke im dafür beschlagnahmten Äbtegang trotz der aussichtslosen Lage bis zum Ende des Krieges an Entwürfen und Modellen für die "Welthauptstadt Germania" wie Adolf Hitler Berlin nach dem "Endsieg" umtaufen wollte arbeitete.

Beim Heranrücken der Front im Mai 1945 floh der Planungsstab aus Corvey und nahm die wesentlichen Planungsunterlagen mit. Zurückgeblieben ist ein großer Teil von Unterlagen, die anscheinend nicht interessant genug waren, sie sind zum Teil zerrissen worden und zum Teil auf einem großen Haufen im Äbtegang liegen geblieben. Die Verwaltung Corvey hat nach Kriegsende die noch brauchbaren Unterlagen gesammelt, die restlichen, unbrauchbaren Unterlagen sind verbrannt oder weggeworfen worden.

In der Ausstellung sind etwa 120 Bilder zu sehen, die insgesamt von hoher Qualität und größtenteils Direktabzüge von Glasplattennegativen sind. Sie wurden im Auftrag der Generalbauinspektion von renommierten Fotografenateliers in Berlin angefertigt. Beim größten Teil der Bilder handelt sich um Fotografien von Rahmenplanungen für die „Welthaupstadt Germania“, deren wichtigster Bestandteil die Projekte entlang der geplanten Nord-Süd- und Ost-West-Achse einnehmen. Dabei handelt es sich um Aufnahmen von Gebietsplänen, Flächennutzungsplänen, Verkehrsplänen, Stadtmodellen sowie Modellen und Plänen einzelner geplanter Gebäude und Gebäudegruppen. Von Bedeutung innerhalb dieser Gruppe sind die Aufnahmen der „Neuen Reichskanzlei“. Hier sind sowohl Details der Außenfassaden als auch der Innengestaltung wiedergegeben.


Sonderausstellung

Horst Wackerbart: heimat.nrw

Die rote Couch in Nordrhein-Westfalen

Ausstellung

30. Juli- 20. September 2017

Museum Höxter-Corvey

Im Herbst 2016 feierte das Land Nordrhein-Westfalen seinen 70. Geburtstag und die von ihr gegründete Nordrhein-Westfalen-Stiftung ihren 30. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird ein fotokünstlerisches Portrait NRWs erstellt. Der international bekannte Fotokünstler Horst Wackerbarth reist dafür durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um mit seiner Roten Couch landestypische Themen, Menschen und Orte, aber auch die Besonderheiten und Eigenarten NRWs in Szene zu setzen.

Das Projekt

Im Herbst 2016 wird das Land Nordrhein-Westfalen 70 Jahre und die von ihr gegründete Nordrhein-Westfalen- Stiftung 30 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird ein fotokünstlerisches Portrait NRWs erstellt, das landestypische Themen, Menschen und Orte, aber auch die Besonderheiten und Eigenarten in NRW vorstellt. Der international bekannte Fotokünstler Horst Wackerbarth reist dafür ein Jahr lang durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um mit seiner Roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen.

Viele dieser Orte sind von der NRW-Stiftung geförderte Natur- und Kulturprojekte.

Die rund 80 bis 100 Motive – Bildwerke und Videos – werden zum Jubiläum im September 2016 im Landtag und im NRW-Forum in Düsseldorf gezeigt. Danach wandert die Fotoausstellung durch Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa.

Die Rote Couch ist das Markenzeichen des in Düsseldorf lebenden Fotokünstlers Horst Wackerbarth: Seit 1985 tourt er mit ihr durch die USA und Europa. Über 800 Werke hat Wackerbarth mit der Roten Couch bereits geschaffen. Mit dem Fotoportrait „heimat.nrw" schließt sich nun der Kreis: USA, Europa, NRW – die Rote Couch kehrt zu ihrem Ursprung zurück.

Die NRW-Stiftung

Seit 1986 unterstützt die Nordrhein-Westfalen-Stiftung gemeinnützige Vereine, Verbände und Initiativen, die sich mit Herz und Sachverstand für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege einsetzen. Mit dieser thematischen Verbindung ist die NRW-Stiftung bundesweit einzigartig, und nach dem Vorbild des „National Trust" in Großbritannien setzt sie auf eine enge Zusammenarbeit mit ihren ehrenamtlichen Partnern. Rund 2.600 Projekte hat sie seit ihrer Gründung fördern können.

Im Naturschutz liegt ein Schwerpunkt im Erwerb schutzwürdiger Flächen, um gefährdeten Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum zu erhalten. In der Heimat-und Kulturpflege engagiert sich die NRW-Stiftung etwa für denkmalgeschützte Mühlen, historische Hofanlagen und Zeugnisse ehemaliger Zechenanlagen.

Ihre Aufgaben finanziert die Nordrhein-Westfalen-Stiftung aus Lotterieerträgen, zunehmend aber auch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins.

Der Künstler

Horst Wackerbarth, Foto- und Videokünstler, lebt in Düsseldorf. Im Zentrum seines Lebens stehen Projekte mit der Roten Couch. Horst Wackerbarth sammelt Menschen. Er sammelt Schicksale. Seit über einem Vierteljahrhundert bereist er die Welt mit seiner Roten Couch, die er in das Lebensumfeld unterschiedlicher Menschen platziert und diese darauf porträtiert; Junge und Alte, Arme und Reiche, Prominente und Unbekannte, Nobelpreisträger und Analphabeten, in der Eiswüste Alaskas und im Regenwald in Südamerika, in den Metropolen Europas …

… und den Dörfern Sibiriens. Ziel ist, ein Porträtwerk zu schaffen, eine Galerie der Menschheit. Die Rote Couch ist dabei gemeinsamer Nenner, roter Faden, Bühne, Thron, Kommunikationsplattform zugleich. Die Rote Couch bringt alle Menschen auf Augenhöhe! Bis heute haben über 900 Menschen in 53 Ländern auf der Roten Couch Platz genommen und die universellen Fragen, die Wackerbarth seinen Protagonisten stellt und mit Video aufzeichnet, wurden in 53 Sprachen beantwortet.

Die Rote Couch ist ein »work in progress«, eine »never ending story«, sie wird erst mit Wackerbarths Tod enden. Wackerbarths Arbeiten sind in 10 Buch-Monografien veröffentlicht, wurden in mehr als 50 Einzelausstellungen in Museen und Galerien weltweit gezeigt und sind in 13 bedeutende Sammlungen zeitgenössischer Kunst aufgenommen.

Nur eine Couch ist jeweils im Umlauf. Drei Sofas sind verloren gegangen: Eines ist bei einem gewagten Schiffsmanöver in den Pazifik gefallen, eines bei Aufnahmen mit Feuerwehrmännern abgebrannt und eines wurde versehentlich von Arbeitern eines Museums für Sperrmüll gehalten und entsorgt.

Die derzeit amtierende Couch ist seit 1996 im Einsatz und auf ihr haben die meisten Protagonisten Platz genommen. Sie wird in Abständen neu bezogen. Zweimal war eine komplette Restaurierung notwendig, nachdem Löwen und Eisbären sie zerlegt hatten. Die Rote Couch wurde zu einer Bildmarke!

»Wackerbarth's Arbeit ist schon jetzt ein Schlüsselwerk der Portraitkunst und vielleicht sogar der Soziologie.« Freddy Langer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Oktober 2006