Via Nova Kunstfest Corvey

 

Samstag, 31. August 2019

 

16.00 Uhr Lesung, Vortrag und Gespräch, Konzert

 

Hanns Zischler - Henry D. Thoreau (1817 - 1862)

Lob der Wildnis

 

Hansjörg Küster und Jürgen Goldstein

Mythos deutscher Wald

 

Mari Kalkun Gesang, Kantele

Ilmamõtsan - Der Wald der Welt

 

Eintritt:

Kat A 20 / B 17 € 

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Telefon: 05231 570150

 

Unablässig fließt der Welt Neues zu, und doch dulden wir Stumpfheit

H. D. Thoreau

Henry D. Thoreau, ein Pionier für ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur und Vorbild für Zivilcourage, hat seinen Tacitus genau gelesen. Dessen Äußerungen zu den wilden Äpfeln in Germanien nimmt er zum Ausgang eines poetischen Lobes der Wildnis, wie sie den heimischen Früchten zueigen ist. Hanns Zischler lädt mit diesem Text dazu ein, vor der Haustür einen vollkommenen Kosmos zu finden. Andererseits wurde der Wald, wie ihn Tacitus beschreibt, zur politischen Mythenbildung der letzten zweihundert Jahre instrumentalisiert: der deutsche Wald wurde mit der nationalen Idee verbunden und im Dritten Reich zur Kulisse der nationalsozialistischen Staatsideologie und Propaganda. Über den Mythos des deutschen Waldes und ‹schöne Natur› sprechen der Pflanzenökologe Hansjörg Küster und der Philosoph Jürgen Goldstein: wie das Wirken der Natur, der Eingriff des Menschen und die Interpretation, die Menschen beim Betrachten ihrer Umwelt entwickelt haben, die Landschaft bestimmen. Von archaischer Schönheit sind die Lieder von Mari Kalkun. Sie besingt den Wald und die Welt, sie beobachtet den gesellschaftlichen Wandel auf dem Land, und sie kennt die südestnische Folklore und verbindet sie mit eigenen Texten und Melodien. ‹I am a voice in the wilderness.›